Interview zum ‚Werteorientiert Führen‘ mit Thomas Peters

Interview mit Thomas Peters, Abteilungsleiter bei Heinrich Schmid

Vom 1914 gegründeten Malerbetrieb zu einem Konzern für Malerarbeiten und Innenausbau mit über 4.900 Mitarbeitern und rund 500 Millionen Euro Jahresumsatz – die Firma Heinrich Schmid geht konsequent ihren Erfolgsweg in Deutschland sowie inzwischen in vier weiteren europäischen Ländern. Ein Leitbild definiert die Ziele und Werte des Unternehmens. Auch an dem Anspruch ‚Qualität, Sauberkeit, Service und Termin‘ muss sich jeder einzelne Mitarbeiter in den mehr als 100 Niederlassungen von Heinrich Schmid orientieren. Wir haben unseren Kunden Thomas Peters, Abteilungsleiter Ulm bei Heinrich Schmid, zum Thema „Wertorientierte Führung“ interviewt:

Was genau bedeutet „Wertorientierte Führung bei Ihnen, Herr Peters?

Wir stellen sicher, dass wirklich alle von der Führungskraft bis zum Auszubildenden die gemeinsamen Ziele und Werte kennen. Die Wege zur Erreichung dieser Ziele unterscheiden sich jedoch. Denn jeder Standort hat mit seinen Teams von der Führungskraft bis zum Auszubildenden einen eigenen Charakter und unterschiedliche Wertehierarchien. Diese individuellen Werte besser kennenzulernen und respektieren zu können, ist für mich sehr wichtig

In den Führungskräftetrainings mit Weiß & Senninger entstand dieses besondere Bewusstsein für das Thema Werte. Warum ist es so elementar, neben den Fähigkeiten auch die Gefühle und die Motivation, die Denkweise und die Wertvorstellungen eines jeden Mitarbeiters zu berücksichtigen?

„Wir wollen und können Menschen mit ihren persönlichen Wertvorstellungen nicht verändern. Aber das Wissen um die Werte schafft gegenseitigen Respekt und eine Art Korridor, in dem wir sehen, ob die gegenseitigen Erwartungen kompatibel sind“

Wie kann eine systematische Bestandsaufnahme der individuellen Wertvorstellungen gelingen?

„In unseren wöchentlichen Regelgesprächen darf in diesen Gesprächen nie um ein ‚weiter so‘ gehen, sondern immer um das Klären möglicher, kritischer Punkte. Welche Rolle spielen die Wertvorstellungen eines Mitarbeiters bei einem Problem? Können wir dank dieses Wissens Rahmenbedingungen anpassen, damit die Aufgabe besser gelöst werden kann? Können wir dem Mitarbeiter sogar helfen, mehr zu leisten als das, was er sich selbst zutraut?“

Wie können denn persönliche Wertvorstellungen in einem Führungsgespräch thematisiert werden?

„Es ist sehr sinnvoll, seine persönliche Haltung innerhalb der Unternehmenskultur zu hinterfragen. Denn diese lässt sich nicht einfach ablegen. Äußerst hilfreich und verblüffend, wie effizient Mitarbeitergespräche geführt werden, war das große Werte-Kartenset von Weiß & Senninger mit dessen Hilfe sich die Top 10-Werte leicht identifizieren und besprechen lassen.“

Dieses Tool soll bei Heinrich Schmid künftig eventuell sogar in Gesprächen mit den Auszubildenden im zweiten Lehrjahr genutzt werden.

„Je früher und systematischer wir die Wertvorstellungen selbst der jüngeren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen, desto gezielter können wir an kleinen Stellschrauben drehen, die das große Ganze noch erfolgreicher machen. Schließlich geht es darum, die klaren Erwartungen des anderen zu kennen, um sie zu erfüllen.“

 

Zusammenfassung und Fazit

Führen bedeutet heute etwas Anderes als noch vor 10 Jahren. Wer erfolgreich führen möchte, muss sein eigenes Verhalten reflektieren und sein Werteumfeld genau analysieren. Wer sich selbst nicht an Werte hält und seinem Team gegenüber nicht glaubwürdig, klar und authentisch handelt, kann weder Motivation noch Loyalität erwarten. Passt die Führung nicht zu den persönlichen Werten eines Mitarbeiters, löst sie Widerstand aus. Deshalb ist regelmäßige, direkte Kommunikation unverzichtbar, um die gegenseitigen Erwartungen zu kennen und die Mitarbeiter auf dem Weg mitzunehmen. Eine gute Führungskraft gibt deshalb dank klarer Werte Orientierung und sorgt dafür, dass die Mitarbeiter adäquat eingesetzt werden, sich akzeptiert fühlen und ihr Potenzial wertschöpfend zur Entfaltung bringen. Die persönlichen Werte sind ein hartes Kriterium für die Beurteilung einer Führungskraft geworden. Für jede Führungskraft ist es unverzichtbar, sich mit dem Thema Werte zu beschäftigen.

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