In jedem steckt ein Superman

Motiviert, mit Eigenverantwortung und Power, kreative Ideen zu realisieren – so stellen sich Führungskräfte den idealen Mitarbeiter vor. Sie werden von der Realität regelmäßig enttäuscht. Woran liegt das? Gibt es einen Weg, um das Verhalten der Mitarbeiter ins Positive zu steuern?

Tatsächlich wirkt sich das Menschenbild sehr stark auf unser Verhalten aus. Wenn ich vom Gegenüber keine Leistung erwarte, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass diese Person auch wenig zustande bringen wird. Die negative Erwartungshaltung kommuniziert die Führungskraft unterschwellig an den Mitarbeiter. Und dieser passt sich an. Der erste Schritt für Führungskräfte ist daher, die eigene Einstellung kritisch zu hinterfragen.

„Mein Mitarbeiter ist unwillig. Den muss ich zum Jagen tragen.“ Dieses Statement hören wir oft auf unseren Führungstrainings. Oder auch: „Mein Mitarbeiter ist nicht bereit, Eigenverantwortung zu übernehmen. Ich muss ihm ständig alles haarklein erklären. Dann kann ich es ja selber machen.“ Diese Aussagen deuten auf ein eingespieltes Beziehungsmuster zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter hin. Der Chef ist es, der es besser weiß und der es richten wird. Der Mitarbeiter ist daran gewöhnt, gesagt zu bekommen, wie er was zu tun hat. Die Verantwortung liegt beim Chef. Diese Konstellation beschrieb Douglas McGregor, einer der Gründerväter des zeitgenössischen Managementgedankens, als Theorie X. Sie definiert den Menschen als unwillig, mit einer angeborenen Abneigung gegen Arbeit. Manager, bei denen das Menschenbild der Theorie X ausgeprägt ist, haben einen eher autoritären Führungsstil. Das heißt, er ist stark zielfixiert, aber kaum mitarbeiterorientiert, denn die Mitarbeiter sind Mittel zum Zweck.
Als Gegenpol definierte McGregor die Theorie Y. Sie geht davon aus, dass Arbeit für den Menschen einen hohen Stellenwert hat. Dass er von Natur aus leistungsbereit ist und von sich aus motiviert. Manager, die sich an dieser Theorie orientieren, praktizieren eher einen kooperativen oder partizipativen Führungsstil und sind somit mitarbeiter- und zielorientiert. Diese Herangehensweise haben die meisten Unternehmen in ihren Leitbildern verankert. Charakteristisch dafür sind Begriffe wie Mitarbeiter, Zielvereinbarung („Management by Objectives“), Delegation von Aufgaben, Kompetenz und Verantwortung.

Wie gelingt das Ausbrechen aus dem Schema der Theorie X?
• Gewöhnen Sie sich daran, ihre Mitarbeiter einzubinden.
• Führen Sie Meetings durch, in denen ihre Mitarbeiter zu Problemen und Herausforderungen Lösungsideen entwickeln. Geben Sie selbst keine Lösungen vor.
• Wenn Mitarbeiter Sie um Hilfe bitten, fragen Sie zuerst um deren Vorschläge und Ideen, bevor Sie eigene Ideen äußern.
• Lassen Sie immer mindestens zwei Vorschläge entwickeln, dann gibt es eine Alternative zur Entscheidung.
• Sorgen Sie für Vernetzung und Austausch Ihrer Mitarbeiter über Ihre Abteilung hinaus: mit dem Kunden, mit anderen Abteilungen.
• Geben Sie weniger vor. Versuchen Sie stattdessen mehr zu vereinbaren – von der Zielvorgabe zur Zielvereinbarung.
• Fragen Sie Ihre Mitarbeiter nach deren Zielen und Vorstellungen von der Zukunft
• Beschäftigen Sie sich mit Zukunft und binden Sie Ihre Mitarbeiter darin ein.

Wer diese Tipps beherzigt, schafft die wichtigsten Bedingungen für mehr Selbstbestimmung, größere Verantwortungsbereiche, flexiblere Organisationsstrukturen, Gruppen- und Projektarbeit.

Wer einen Schritt weitergehen möchte, dem empfehlen wir unser Seminar Motivierend führen mit klaren Zielen. Hier lernen Sie, wie Sie begeistern statt zu diktieren.

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